'Don't push the river'
Was ist Gestalttherapie?
Die Gestalttherapie ist eine humanistische, ganzheitliche und erlebnisorientierte Form der Psychotherapie, die darauf abzielt, das Gewahrsein für sich selbst zu fördern.
Das wohl häufigste Missverständnis ist, dass es sich bei Gestalttherapie um ‚gestalten‘ also kreativen Ausdruck wie z.B. malen handelt. Auch wenn kreativer Ausdruck durchaus auch in der Gestalttherapie seinen Raum haben kann, so ist es dennoch nicht Namensgebend. Der Begriff ‚Gestalt‘ kommt vielmehr von dem Prozess der ‚Gestaltbildung‘ im ‚Kontaktkreis‘. Bedürfnisse heben sich im Bewustsein hervor, sodass wir in Aktion treten und können schliesslich befriedigt wieder in den Hintergrund treten. Bei offenen Gestalten ist dieser Kontaktkreislauf an einer Stelle unterbrochen oder gestört. Hier einen Abschluss zu finden ist eine der Ausrichtungen der Gestalttherapie.
Die wohl bekanntesten Gründungseltern der Gestalttherapie sind Fritz und Lore Perls.
Das Therapeutenpaar zog Inspiration von verschiedenen Therapeutischen Richtungen und Personen wie z.B. Martin Buber, Wilhelm Reich und nicht zuletzt Siegmund Freud. Doch erst ein frustrierendes Erlebnis mit letzterem bewegte insbesondere Fritz Perls dazu, sich neu zu orientieren und so wurde das Fundament der Gestalttherapie gelegt.
Einige grundlegende Merkmale und Prinzipien der Gestalttherapie sind:
Ganzheitliche Betrachtung: In der Gestalttherapie wird der Mensch als Ganzes betrachtet, bei dem Körper, Geist und Emotionen miteinander verknüpft sind. Das bedeutet, dass sowohl aktuelle als auch vergangene Erfahrungen, Gefühle und Gedanken als auch körperliche Empfindungen in den Therapieprozess einbezogen werden.
Hier und Jetzt: Ein zentrales Konzept der Gestalttherapie ist die Betonung des „Hier und Jetzt“. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit auf das gelenkt wird, was im gegenwärtigen Moment passiert, um Bewusstheit zu fördern.
Selbstverantwortung: Gestalttherapie fördert die Idee, dass Klient*innen die Verantwortung für ihr eigenes Leben und ihre Entscheidungen übernehmen.
Kontakt: Im Kontakt mit sich selbst – den eigenen Wahrnehungen, Empfindungen, Mustern, Geschichten – und im Kontakt mit anderen steckt das Wachstumspotential. Hier können alte Überzeugungen auf den Prüfstand gestellt werden und Fremd- und Eigenwahrnehmung abgeglichen werden.
Dialog und Beziehung: Die therapeutische Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in ist von großer Bedeutung. Durch den Dialog und die Beziehungsgestaltung können Muster und Dynamiken erkannt und erforscht werden. Es handelt sich um ein gemeinsames Forschen auf Augenhöhe.
Kreativer Ausdruck: Gestalttherapie kann kreative Ausdrucksformen wie malen, arbeiten mit Ton, Rollenspiele, Körperausdruck wie Tanz und Bewegung oder Phantasiereisen in Einzel- und besonders in Gruppensitzungen heranziehen um unbewusste Aspekte des Selbst zum Ausdruck zu bringen und zu erkunden.
Lösungsorientiert: Statt sich ausschließlich auf die Analyse von Problemen zu konzentrieren, legt die Gestalttherapie Wert darauf, sich neuen Handlungsmöglichkeiten bewusst zu werden.
Akzeptanz und Wachstum: ‚Was ist darf sein und was sein darf kann sich verändern‘ lautet das ‚Paradoxon der Veränderung‘ nach welchem sich gestalttherapeutisches Arbeiten ausrichtet.
Entdecke dich selbst und gestalte deinen Weg.
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